Abteilung Molekulare Neurobiologie
Synapsen, die Schaltstellen der Kommunikation zwischen Nervenzellen darstellen, sind nicht statisch in Struktur und Leistungsfähigkeit, sondern ändern diese Eigenschaften in der Entwicklung und im adulten Gehirn, z.B. aufgrund von Lernvorgängen.
So wird angenommen, daß Gedächtnisinhalte als bestimmte Muster synaptischer Effizienzen in neuronalen Netzwerken kodiert werden. Schlüsselfunktionen in Synapsen, die der Erregungsleitung dienen, werden von membranständigen Rezeptoren und Ionenkanälen ausgeführt, die durch L-Glutamat, dem wichtigsten exzitatorischen Neurotransmitter des Gehirns, aktiviert werden. Welche Eigenschaften von Glutamatrezeptoren, aber auch anderer synaptischer Proteine für die synaptische Plastizität und das Lernvermögen in Säugern verantwortlich sind, untersuchen wir an der Maus, als Modellsystem für Säuger.
Dazu verändern wir diese wichtigen synaptischen Funktionsträger durch moderne genetische Verfahren in definierten Bereichen des Gehirns der Maus und untersuchen, in Zusammenarbeit mit anderen Labors, die Folgeerscheinungen der molekularen Veränderungen durch biochemische und biophysikalische Messungen an Nervenzellen und ihren Netzwerken, sowie durch Verhaltenstests im Tier.