Max-Planck-Gesellschaft

Profil

Profil

Das Institut bearbeitet grundlegende biologische Fragen, die langfristig von medizinischer Bedeutung sind. Einen Hauptschwerpunkt bildet dabei die Neurophysiologie: Welche Veränderungen im Gehirn liegen Prozessen wie Lernen und Erinnern zugrunde? Wie sieht der dreidimensionale Schaltplan der Milliarden von Nervenzellen im Gehirn aus? Wie können die Vorgänge in Nervenzellen des lebenden Gehirns durch neue mikroskopische Methoden sichtbar gemacht werden? Darüber hinaus versuchen die Wissenschaftler zu ergründen, wie z.B. Geruchswahrnehmungen im Gehirn gespeichert werden oder wie Netzwerke entstehen, die sich bei Stress anpassen können. Ein zweiter Forschungsschwerpunkt liegt auf komplexen chemischen Reaktionen in lebenden Zellen. Diese werden von Enzymen gesteuert, und es gilt, die atomare Struktur von wichtigen Enzymmolekülen zu bestimmen und den Mechanismus ihrer katalytischen Aktivität zu verstehen.

Das Institut wurde 1930 als Kaiser-Wilhelm-Institut gegründet, um Methoden der Physik und Chemie in die medizinische Grundlagenforschung einzuführen. Die Abteilungen für Chemie, Physiologie und Biophysik konzentrierten sich auf biophysikalische und chemische Fragestellungen, in der Tradition der Naturstoffchemie des Instituts. Mit einer Abteilung für Molekularbiologie wurde in den 60er Jahren neuen Entwicklungen in der Biologie Rechnung getragen. Ende der 80er Jahre und während der 90er Jahre kamen Untersuchungen zu spezifischen Funktionen von Muskel- und Nervenzellen hinzu. Neue Abteilungen für Zellphysiologie (1989-2007), Molekulare Zellforschung (1992-1999), Molekulare Neurobiologie (1995), Biomedizinische Optik (1999) und Biomolekulare Mechanismen (2002) wurden gegründet. Zusätzlich wurden die Max-Planck-Forschungsgruppen Ionenkanalstruktur (1997-2003), Entwicklungsgenetik (1999-2005), Neurophysiologie des Verhaltens (2008) und Entwicklungsgenetik des Nervensystems (2008) eingerichtet.

Am Institut arbeiteten seit seiner Gründung fünf Nobelpreisträger: Otto Meyerhof (Physiologie oder Medizin), Richard Kuhn (Chemie), Walther Bothe (Physik), Rudolf Mößbauer (Physik) und Bert Sakmann (Physiologie oder Medizin).

Gegenwärtig hat das Institut drei Abteilungen und zwei Max-Planck-Forschungsgruppen. Die Abteilung Molekulare Neurobiologie hat als Schwerpunkt die Analyse und Veränderung in der Maus von Genen, deren Produkte für die schnelle Signalübermittlung im Gehirn verantwortlich sind, und geht der Frage nach, welche Hirnleistungen vererbt oder welche erworben werden. Die Abteilung Biomedizinische Optik bestimmt unter Anwendung und Weiterentwicklung der Multiquantenmikroskopie die Aktivität von Gruppen von Nervenzellen, in Gewebepräparaten und in intakten Tieren. Ziel der Arbeiten der Abteilung Biomolekulare Mechanismen ist es, die molekularen Grundlagen von Modellreaktionen anhand biophysikalischer und strukturbiologischer Untersuchungen aufzuklären.

Die Max-Planck-Forschungsgruppe Neurophysiologie des Verhaltens (Dr. Andreas T. Schaefer) versucht zu verstehen, wie komplexe Verhaltensmuster aus dem Zusammenspiel vieler Nervenzellen entstehen. Die Max-Planck-Forschungsgruppe Entwicklungsgenetik des Nervensystems (Dr. Soojin Ryu) hat als Schwerpunkt die Untersuchung des Hypothalamus zur Aufklärung der molekularen Mechanismen von Entwicklung und Anordnung neuronaler Schaltkreise.

Schwerpunkt der Emeritusgruppe Biophysik (Prof. Dr. Kenneth C. Holmes) ist die Struktur des Myosin-Aktin Komplexes mit atomarer Auflösung.

 
loading content